Hingeschaut! Presseerklärung zum NWZ-Kommentar vom 16.8.18

Presseerklärung, 19. August 2018, zum Kommentar „Genauer hinschauen“ von Karsten Röhr in der NWZ vom 16.08.2018

Hingeschaut

Vorweggeschickt sei: eine freie Presse und das Recht, ja die Pflicht der Medien zum Aufzeigen von gesellschaftlichen Kontroversen auch durch pointierte, meinungsstarke Kommentare gehören zu den wesentlichsten Errungenschaften der gesellschaftlichen Entwicklung unserer Demokratien und zum Kern dessen, was es aktuell gerade in Europa zu verteidigen gilt. Dieses können und wollen wir auch Herrn Röhr in keiner Weise absprechen.

Warum wir uns aber herausgefordert fühlen, mit dieser Presseerklärung einen Kontrapunkt in der Debatte zu setzen, ist die suggestive Art, in der der Autor engagierten Schüler*innen und Lehrkräften (und implizit auch der niedersächsischen Landesregierung, namentlich dem Amt für regionale Landesentwicklung Weser-Ems) unterstellt, eine „hochumstrittene Organisation“ – er meint das gemeinsame Friedensprojekt Europäische Union – unreflektiert zu verherrlichen.

Dieser Kommentar begibt sich an den Rand des journalistisch /gesellschaftlich Erträglichen. Er missbraucht das vorbildliche Engagement von Schüler*innen, mit gewaltigem organisatorischen Aufwand ein Planspiel des Europäischen Parlamentes auf die Beine zu stellen, um die Mechanismen europäischer Politik besser durchschauen zu lernen, dafür, die politischen Ressentiments des Redakteurs zum Besten zu geben, 

Den jungen Menschen wird unterstellt, Unterstützung aus zweifelhaften ‚Töpfen‘ zu bekommen. Wer im Titel „genaueres Hinschauen“ verlangt, hätte durch ebendieses oder eine kurze Rückfrage bei den jungen Organisator*innen leicht herausbekommen können, wer dieses großartige Projekt organisatorisch, fachlich und auch finanziell unterstützt (insbesondere das Land Niedersachsen, beratend aber u.a. auch unser Verein, die Europäischen Föderalisten Oldenburg e.V., und viele andere). 

Stattdessen wird in diffuser Weise den Leser*innen suggeriert, die Europäische Union, jenes gigantische Friedensprojekt, das bei allen institutionellen und demokratischen Schwächen neben den Vereinten Nationen zu den größten politischen Leistungen der Menschheit gehört, handele‘ hochumstritten‘, habe ‚dunkle Seiten‘, derentwegen man sich verdächtig macht, wenn man sich mit ihrem Funktionieren auseinandersetzt.

Engagement für europäische Themen von Schülern ist nicht der Einzug von Interessenpolitik oder Lobbyismus, es ist genau wie die Analyse rechter und demokratiefeindlicher Strömungen in der Gesellschaft, Teil des gesellschaftlichen Auftrages der Schulen.

Eine proeuropäische Haltung ist eine Haltung für Demokratie, für Menschenrechte, für unsere freiheitlich demokratische Grundordnung, für unsere Werte. Sie schließt gerade nicht aus, über notwendige Verbesserungen und Weiterentwicklungen der EU kritisch zu reflektieren, wie es auch Sinn eines Planspieles ist. Und hier gibt es sowohl bei Fragen der Demokratisierung der EU-Institutionen wie z.B. in Fragen des sozialen Zusammenwachsens der europäischen Staaten mehr als genug zu tun.

Doch Kleinstaaterei können wir uns heute nicht mehr leisten. Die grenzüberschreitenden Probleme, die uns alle betreffen, wird kein Staat mehr alleine bewältigen können. Wir brauchen ein Europa, in dem die Bürgerinnen und Bürger wieder JA zu Europa sagen, damit Europa nachhaltiger, solidarischer und gerechter wird und so einen Gegenentwurf zum Nationalchauvinismus der rechten Populisten darstellen kann. Um dahin zu kommen, ist es umso wichtiger, dass die heranwachsenden Generationen dieses manchmal schwierig zu verstehende System kennenlernen. Was könnte da wirksamer sein, als das konkrete Erleben in einer Simulation?

Ein Einstehen für Liberalität, Toleranz und europäische Integration mag dem einen oder anderen unheimlich sein, den Menschen in Europa spricht es aus der Seele. 

Dass junge Leute sich angesichts dieses Kommentars auf einmal in der Notwendigkeit sehen, sich für etwas Großartiges zu rechtfertigen oder sich als bräsige „EU-Fähnchen-Schwenker“ beschimpfen zu lassen, erscheint in diesem Lichte geradezu bizarr.

Immerhin bietet dieser Kommentar Schüler*innen und Lehrkräften einen guten Anlass, den Sinn und Nutzen von ‚Medienkompetenz‘ mal wieder auf den Lehrplan zu holen. 

Presseerklärung zum Download

Lesen Sie auch die Leserbriefe zum Kommentar …

 

Jetzt unterschreiben – ein Manifest für mehr Europa

„Ziel der Spinelli-Gruppe ist es, ein Netzwerk aus Bürger*innen, Politiker*innen, Akdademiker*innen und Schriftsteller*innen zu bilden, die überzeugt sind, dass Europa voranschreiten muss.“

So ist es auf der Webseite der Spinelli-Gruppe zu lesen. Bereits im Jahr 2010 haben sich Abgeordnete des Europäischen Parlaments überparteilich zusammengeschlossen, um ein föderalistisches, post-nationales Europa voranzutreiben, ähnlich wie es Alterio Spinelli schon 1941 in seinem Manifest von Ventotene gefordert hat. Mittlerweile handelt es sich um einen überparteilichen Zusammenschluss von 110 EP-Abgeordneten zur Demokratisierung Europas.

Neben den 110 Mitgliedern der Spinelli-Gruppe haben zahlreiche NGOs und mehr als 5000 europäische Bürger*innen das aktuelle Manifest unterzeichnet.

Das Manifest der Spinelli-Gruppe auf Deutsch

Übersetzt lautet es in etwa:
„Mehr als je zuvor sind unsere heutigen Herausforderungen globaler Natur: Klimawandel, Endlichkeit der Ressourcen, Umweltzerstörung, wirtschaftliche und finanzpolitische Schwierigkeiten, Sicherheit, fairer Handel, Friedensstiftung (Friedenskonsolidierung), Respekt vor Menschenrechten und bürgerlichen Freiheiten …

In unserer modernen Welt ist jedes europäische Land ein kleines Land. Aber wir haben einen Vorteil: Gemeinsam haben wir unsere Europäische Union aufgebaut. Es ist ein bemerkenswertes Gebilde, in dem sich europäische Staaten, von denen viele zu lange in verschleppten Konflikten miteinander verstrickt waren, „vereint in Unterschiedlichkeit“ zu einer Gemeinschaft zusammengeschlossen haben.

Im Streben nach gemeinsamem Frieden und Wohlstand ist es uns gelungen, zusammenzuarbeiten, unsere Kräfte zu vereinen und auf diese Weise einen noch nie dagewesenen Wohlstand, Demokratie und Versöhnung auf unserem Kontinent zu fördern. Nationalstaaten haben Teile ihrer souveränen Rechte an gemeinschaftliche Institutionen abgetreten, um gemeinsame Ziele zu erreichen und als Union immer enger zusammenzurücken.

Während die beachtlichen Herausforderungen einer komplexen Krise gemeinsame Antworten auf europäischer Ebene erfordern, glauben leider zu viele Politiker noch immer, die Lösungen lägen auf nationaler Ebene. In einer Zeit wechselseitiger Abhängigkeit und in einer globalisierten Welt, können nationale Lösungen keine angemessenen Lösungen bringen. Nur eine europäische Lösung kann zum Erfolg führen.

Zurzeit bewegen sich die Dinge in die entgegengesetzte Richtung – zu einer loser statt enger verbundenen Union. Zu oft wird der Gemeinschaftssinn zugunsten kurzfristiger nationaler Interessen vernachlässigt. Und zu oft überwiegen zwischenstaatliche Lösungen gegenüber echten europäischen Lösungen.

Wir lehnen diese rückwärts gerichtete und reaktionären Richtung ab. Es ist an der Zeit, wieder einen gemeinsamen europäischen Weg voranzutreiben. Dies ist nicht der richtige Augenblick für Europa, die Integration zu verlangsamen, sondern sie zu beschleunigen. Die Geschichte der Europäischen Union hat immer wieder gezeigt, dass mehr Europa statt weniger Europa die richtige Antwort auf die vor uns liegenden Probleme ist. Nur mit europäischen Lösungen und einem erneuerten europäischen Geist werden wir in der Lage sein, die weltweiten Herausforderungen zu meistern.

Nationale Lösungen sind Lösungen der Vergangenheit. Unser Ziel ist ein föderales und post-nationales Europa, ein Europa der Bürgerinnen und Bürger. Das war der Traum, auf den die Gründungsväter so hart hingearbeitet haben. Das war das Projekt von Alterio Spinelli. Das ist das Europa, das wir wollen. Das ist das Europa, für das wir kämpfen. Weil es das Europa der Zukunft ist.“

Wir freuen uns, wenn Sie hier unterschreiben.

28.9.18 in OL: Das ‚Projekt Europa‘ in Zeiten des Populismus

Am 28.09.2018 um 18:00 Uhr findet eine Veranstaltung in der Universität Oldenburg statt, auf die wir Sie gerne aufmerksam machen möchten:

Das ‚Projekt Europa‘ in Zeiten des Populismus. Brauchen wir eine neue Idee von Europa und ein neues Politikverständnis?

Unter diesem Titel  diskutiert die Forschergruppe Europäische Vergesellschaftung  am Freitag, 28. September 2018, 18.00 Uhr, im Schlosssaal Oldenburg mit Rebecca Harms (Mitglied des Europäischen Parlaments).

Mehr Infos: Download Einladung 28.9.18 (PDF)

 

Noch 11 Monate: Europawahl 2019

In den EU-Mitgliedstaaten wird zwischen dem 23. und 26. Mai 2019 gewählt, in Deutschland am Sonntag, dem 26. Mai.

Doch aus den EU-Mitgliedsstaaten mit Ausnahme Frankreichs hat man leider immer noch nicht den Eindruck, dass die europafreundlichen Kräfte den Ernst der Lage erkannt haben und nun endlich konstruktiv die politischen wie strukturellen Probleme der EU angehen. Und auch trotz der jüngsten, weiter alarmierenden Wahlergebnisse in Italien und Slowenien, die nahtlos an Österreich, Tschechien etc. anknüpfen, ist keine Besserung in Sicht.

Die Rechtspopulisten haben leichtes Spiel, wenn in Europa Reformblockade herrscht. Es gibt die realistische Gefahr einer europaskeptischen Mehrheit im nächsten EU-Parlament.

Seit Jahren reden wir über EU-Reformen, die unser Festredner David McAllister auf unserem diesjährigen Europaempfang im Oldenburger Rathaus so engagiert eingefordert hat. Aber auch durch die Passivität der Bundesregierung gegenüber Macrons Vorschlägen wirkt die EU weiterhin wie gelähmt.

Wenn die Europawahl nicht zu einem Desaster führen soll, brauchen wir jetzt rasch  politische Ergebnisse insbesondere in der Sozial- und Flüchtlingspolitik, einen konkreten Fahrplan für eine Stärkung des demokratisch gewählten EU-Parlaments und eine zivilgesellschaftliche Mobilisierung für eine faire europäische Handelspolitik und eine gemeinsame Außenpolitik angesichts der großen globalen Krisen.

Doch jetzt sind nicht nur die Parteien gefragt. In Großbritannien mussten wir erleben, was passieren kann, wenn sich die Proeuropäer wegducken. Denn Europa verändern, kann nur, wer es grundsätzlich unterstützt. Nach dem Friedensprojekt muss Europa endlich auch ein soziales und ökologisches Projekt werden. Wirtschaftliche Zukunft entsteht durch Klimaschutz und nicht durch die Verteidigung von Kohle und Co. Wir brauchen eine Landwirtschaftspolitik der EU, bei der Natur und Mensch im Mittelpunkt stehen.

Europa sollte im Inneren vor den sozialen Härten der Globalisierung schützen und nach außen die Globalisierung sozialer und ökologischer gestalten. Nur wenn Europa die soziale Kluft verringern kann, wird es langfristig breite Unterstützung erfahren. Wir brauchen ein soziales Europa, das die soziale Sicherheit erhöht und Abstiegsängste mindert.

Wir zählen auf Sie!

Auf unserer Seite zur Europawahl 2019 pflegen wir nach und nach Links zu Informationsquellen und Neuigkeiten ein.

Europaempfang 2018 mit David McAllister

Europaempfang Mai 2018 mit David McAllister

„Ich glaube an Europa“

Oldenburgs Oberbürgermeister Jürgen Krogmann (re.) und Peter Meiwald, 1. Vorsitzender der Europäischen Föderalisten Oldenburg (li.) begrüßten den CDU-Europaabgeordneten Davic McAllister, Vorsitzender des Auswärtigen Ausschusses im Europäischen Parlament, als Festredner beim diesjährigen Europa-Empfang.

„Herausforderungen gibt es genug in der Europäischen Union – aber ich glaube fest an die Zukunft der EU und der europäischen Integration.“ Dieses klare Bekenntnis formulierte David McAllister, CDU-Europaabgeordneter und Vorsitzender des Auswärtigen Ausschusses im Europäischen Parlament, in seiner Rede auf dem Europaempfang am 06.05.2018, zu dem die Stadt Oldenburg und die Europäischen Föderalisten Oldenburg gemeinsam eingeladen hatten.

Europaempfang Mai 2018 mit David McAllister
David McAllister beim Europaempfang am 06.05.2018

Die Veranstalter freuten sich über einen gut gefüllten Saal. Im vergangenen Jahr hatten Peter Meiwald, Vorsitzender der Europäischen Föderalisten, und Oberbürgermeister Jürgen Krogmann diese Veranstaltung im Rahmen der Europawoche wiederbelebt. Mit McAllister, „einem überzeugten und überzeugenden Europäer“ (Meiwald) hatten sie in diesem Jahr einen Redner gewinnen können, der aus erster Hand über Herausforderungen und Probleme, aber auch die Chancen der EU berichten konnte. „Es kann niemand ernsthaft glauben, dass die Herausforderungen des 21. Jahrhunderts ein Staat alleine besser lösen als eine Gemeinschaft wie die EU“, betonte McAllister. Eine Chance, in der Welt gehört zu werden und die demokratischen Werte Europas durchzusetzen, bestehe jedoch nur gemeinsam. „Geschlossen auftreten und an einem Strang ziehen ist wichtiger denn je“, so der Europapolitiker.

Für McAllister stellt der Brexit die aktuell größte Herausforderung in der EU dar. Die Verhandlungen über den Austritt Großbritanniens aus der Union kosteten Zeit, Geld und Kraft – „und das in Zeiten, in denen zahlreiche andere Fragen gelöst werden wollen“. Der Brexit sei ein hochkomplexes Thema, bei dessen Behandlung die Zeit dränge und es viele ungelöste Fragestellungen gebe. „Leider macht die britische Regierung nicht immer den Eindruck, als wüsste sie genau, wohin sie will“, sagte der CDU-Politiker, der auch die britische Staatsbürgerschaft besitzt.

Der Brexit hat nach McAllisters Ansicht aber auch einen Weckruf zur Folge gehabt. „Die Zustimmung zur EU, vor allem unter jungen Menschen, wächst. Das gibt mit Zuversicht, sie haben offenbar verstanden, was Europa für uns bedeutet“, betonte er. Allerdings müsse Europa sich auf seine wichtigsten Themen konzentrieren.

„Wir wollen und müssen den antieuropäischen Kräften etwas entgegensetzen und zeigen, dass Europa etwas ist, für das es sich lohnt, sich einzusetzen“, unterstrich Peter Meiwald, nicht zuletzt mit Blick auf die Europawahlen im kommenden Jahr.

Europaempfang Mai 2018 mit David McAllister
Peter Meiwald beim Europaempfang 2018

Die positiven Ideen über die Zukunft Europas, wie sie zuletzt Frankreichs Staatspräsident Macron formuliert habe, müssten den negativen Kräften entgegengestellt werden. „Das ist besonders dann wichtig, wenn Europa nicht bloß verwaltet, sondern weiterentwickelt werden soll“, so Meiwald.

Das, so hatte Oberbürgermeister Krogmann in seinen einführenden Worten betont, gelinge vor allem über die Menschen.

Europaempfang Mai 2018 mit David McAllister
Jürgen Krogmann beim Europaempfang am 06.05.2018

„Es ist wichtig, dass sich die Menschen in Europa begegnen – das ist vielleicht sogar noch wichtiger, als die Begegnungen der Staats- und Regierungschef“, sagte Krogmann.

Im Anschluss an den offiziellen Teil der Veranstaltung gab es auch in Oldenburg die Gelegenheit für Begegnungen – mit musikalischer Untermalung durch „Uncle Hammond’s Soul Jazz Movement“- bei einem schmackhaften Imbiss.

Impressionen:

 

 

 

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Ein Sonnentag voller Ideen für Europa

„Die Welt gehört dem, der in ihr mit Heiterkeit nach hohen Zielen wandert.“ (Ralph Waldo Emerson)

Die ganze Welt muss es gar nicht sein, doch Heiterkeit und hohe Ziele passten gut zu unserem Klausurtag am 07.04.2018. Bei herrlichstem Außen-Sonnenschein haben wir im Kreativlabor der Kulturetage Oldenburg gesessen und uns Zeit für Austausch und Planungen genommen. Besonders haben wir uns über die Mitglieder gefreut, die die Vorstandsrunde erweitert und ihre Gedanken und Expertise eingebracht haben. Danke an Onno, Eike, Wolfgang und Dragos!

Austauschrunde Klausur 2018

Was Europäische Föderalisten wollen

Wie sehen wir die Situation in Europa, was sind die Herausforderungen und welchen Beitrag wollen und können wir leisten? Wie stehen unterschiedliche Generationen und Menschen aus verschiedenen soziodemographischen Lebensumständen zu Europa? Wen können wir erreichen? Wen wollen wir erreichen? Darüber haben wir uns in einer ersten Runde ausführlich ausgetauscht, kontrovers miteinander diskutiert und unsere Anliegen bunt zusammengefasst.

Zielgruppen Europaeische Foederalisten
Visualisierung Zielgruppen von Annette Mehlhoop

Klar war, dass wir Menschen informieren und begeistern wollen, sich mit Europa auseinanderzusetzen, sich mindestens an den Europawahlen im Mai 2019 zu beteiligen und darüber hinaus möglichst auch an einem konstruktiven Miteinander in Europa mitzudenken und mitzuwirken.

Was nehmen wir uns vor?

Veranstaltungs- und Aktionsideen – zum Teil mit bekannten und neuen Kooperationspartnern – waren schon reichlich vorhanden. Sie galt es zu prüfen und zu strukturieren, zum Beispiel:

Grundlagen zur Historie, Struktur und Zukunft der Europäischen Union sollen nach Westerstede auch an anderen Orten vorgestellt und diskutiert werden. Der Europaempfang 2018 ist nicht mehr fern und auch für 2019 haben wir ihn schon ins Auge gefasst. Vor der Wahl möchten wir die Parteienfamilien des Europaparlaments vorstellen, und eine Debatte mit den regionalen Kandidaten ist ebenfalls angedacht. Über Straßenaktionen möchten wir Aufmerksamkeit erzeugen und zum Mitdenken einladen. Als kulturelle Highlights haben wir einen Science-Slam zum Thema Europa und eine Exkursion in die europäische Kulturhauptstadt Leeuwarden angedacht.

Wie verbreiten wir es?

Unser Außenauftritt war unser drittes Thema. Welche Kanäle nutzen wir wie? Was tun wir online, auf der Straße und mit unserem Flyer?

Aussendarstellung Europaeische Foederalisten
Visualisierung Aussendarstellung von Annette Mehlhoop

Stellen Sie sich vor, Sie gehen durch eine Fußgängerzone. Was machen Sie, wenn sie einen Infostand sehen? Wahrscheinlich einen großen Bogen drumherum. Bloß nicht angequatscht werden! Wolfgang hat uns inspirierende Beispiele gezeigt, wie wir mit geringem Budget, wenig „Personal“ und viel Spaß effektiver sein können als jeder Infostand. Wir werden es probieren, zum Mitmachen einladen und hier berichten.

Klar ist, dass online mehr ginge, viel mehr – wenn es nicht bei allen nebenher laufen würde. Trotzdem, etwas regelmäßiger und häufiger möchten wir online gerne aktiv sein. Gerade online sind natürlich alle Mitglieder und Fans aufgerufen, Inhalte und Themen zu teilen und zu kommentieren. Machen Sie uns auch gerne auf relevante Inhalte anderer aufmerksam.

Fazit

Wir haben konstruktiv diskutiert, konkrete Pläne erarbeitet und sehr von den unterschiedlichen Sichtweisen, Gedanken und Kenntnissen der Beteiligten profitiert. Und wir hoffen, dass diese aktive Beteiligung unserer Mitglieder weiter wächst und Kreise zieht.

Bilder von unserer Klausur

 

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Die Europäische Union – Friedensprojekt oder Bürokratiemonster?

Zum Thema „Die Europäische Union – Friedensprojekt oder Bürokratiemonster?“ veranstalteten die Europäischen Föderalisten Oldenburg in der VHS Ammerland einen Vortragsabend. Drei ReferentInnen aus den Reihen des Vereins referierten und diskutierten mit den TeilnehmerInnen über den aktuellen Stand in der EU. Immer wieder entsponnen sich lebhafte Diskussionen und füllten die drei Stunden kurzweilig.

Zunächst referierte Steffen Akkermann über die Geschichte der Europäischen Union und nahm dabei in kurzer Form die Geschichte Europas von den Griechen über das Römische Reich, das Reich Karls des Großen bis hin zu den leidvollen kriegerischen Auseinandersetzungen des 19. und 20. Jahrhunderts in den Blick – mit der Erkenntnis, eine Europäische Union zu schaffen mit dem Ziel, blutigen Kriegen in Europa ein Ende zu setzen. Ausgehend von den Römischen Verträgen, dem Aufbau eines gemeinsamen Marktes, über die erste Direktwahl zum Europäischen Parlament, der Vollendung des Binnenmarktes, der Verträge von Maastricht und Amsterdam, der Einführung der gemeinsamen europäischen Währung und dem Brexit wurde die geschichtliche Entwicklung der EU umrissen.

Annette Mehlhoop stellte in einem zweiten Referat die Europäischen Institutionen vor und legt dabei den Schwerpunkt auf die Zusammensetzung und die Arbeitsweisen des Europäischen Parlaments, der Europäischen Kommission und des Europäischen Rates. Dabei legte sie ihren Schwerpunkt auf die einzelnen Stationen und Beteiligungen bei den verschiedenen Gesetzgebungsverfahren und dem Zusammenspiel der europäischen Institutionen bis hin zur Einflussnahme der Lobbyisten. In diesem Zusammenhang diskutierten die Teilnehmer auch über typische Vorurteile und Mythen der europäischen Bürokratie.

Schließlich sprach Peter Meiwald über die Zukunft der EU und legte seine Schwerpunkte auf den drohenden Brexit, das „Weissbuch zur Zukunft Europas“ – verfasst vom Präsidenten der Europäischen Kommission, Jean-Claude Juncker – und auf die große europapolitische Grundsatzrede des Französischen Staatspräsidenten Emmanuel Macron vom September 2017. Deutlich wurde hierbei – und auch in der engagierten Gesprächsrunde mit den Seminarteilnehmenden -, dass ein Weiter-so der EU und ihrer Institutionen angesichts der Rückkehr von Populismus und Nationalismus in unsere europäische Lebenswirklichkeit keine Option sein kann. Wenn wir die positive Geschichte von 70 Friedensjahren in der EU und durch die EU fortschreiben wollen, müssen wir vielmehr die Strukturen der Europäischen Union demokratisieren und den Einfluss nationaler Egoismen insbesondere durch den Europäischen Rat zurückdrängen. Gleichzeitig können wir nur hoffen, die Akzeptanz der EU bei den Bürgerinnen und Bürgern wieder steigern zu können, wenn es zukünftig besser gelingt, die vielen positiven Effekte der europäischen Einigung auf das Leben der Menschen und unsere Umwelt erkennbarer zu machen.

Solange der Eindruck haften bleibt, die EU wäre vor allem ein freier Markt für Waren, Dienstleistungen und Kapital, nicht aber eine solidarisch organisierte Sozialunion, in der die Lebensverhältnisse der Menschen sich erkennbar verbessern und die Ungleichheit innerhalb der Mitgliedsstaaten, aber ebenso zwischen den „reichen“ und den „armen“ Staaten abnimmt, werden die EU-Gegner weiter Zulauf haben. Insofern wird es höchste Zeit, Unterstützung für die Initiative Emmanuel Macrons auch in unserem Land zu mobilisieren.

Europäische Friedensbotschaft in der Schule – OEins-Fernsehbeitrag

Europa gemeinsam gestalten – trotz aller Konflikte – das ist die Botschaft, die Soldaten im 1. Weltkrieg für nachfolgende Generationen  in einer Schnapsflasche hinterlassen haben. Vor unserer Abendveranstaltung am 01.03.2018 war Ingo Espenschied mit seinem Doku-Live-Auftritt im Gymnasium in Ganderkesee.

Wir freuen uns über das Interesse der Schülerinnen und Schüler und den Fernsehbericht von Oldenburg Eins in der Sendung Lokalfenster, den Sie hier anschauen können (Min. 08:40 bis 12:60).