Leeuwarden 2018 – Zusammen in die Kulturhauptstadt

Überwältigt vom riesigen Interesse der Menschen aus Oldenburg und umzu waren wir mit einem vollen Bus in der diesjährigen Kulturhauptstadt Europas, Leeuwarden, der Hauptstadt der niederländischen Provinz Fryslan.
Engagierte Guides gaben uns in zwei Gruppen zunächst einen schönen Einblick in die Stadt mit dem schiefen Turm des Oldehove, bevor wir auf eigene Faust die kulturellen Attraktionen zwischen altem Gefängnis, Fries Museum und neuen Gedichten an den Haustüren des Bollemanssteeg weiter erkundeten.
Sympathisch, wie die niederländischen Friesen die Herausforderung, für ein Jahr (neben La Valetta) zur Kulturhauptstadt zu werden, nutzen, um nicht nur Kunst und Kultur in diversen Dimensionen Räume zu erschließen, sondern auch das Selbstbewusstsein der Stadt und ihrer Bewohner*innen nachhaltig aufzuwerten. Highlights wie der in der Stadt geborene M.C.Escher, der an vielen Stellen in der Stadt präsent ist, finden ihren Platz ebenso wie temporäre Installationen und architektonische Metamorphosen wie am Haniasteeg oder eben des Gefängnisses, in dem jetzt ein hippes Hostel ebenso Platz gefunden hat, wie diverse Ateliers und kleine Initiativen und ein Café.
Escher in Leeuwarden
So bot sich uns ein Bild einer äußerst vitalen Stadt, in der alte Substanz und neue, inklusive Start-Up- und Studenten-Kultur sich gegenseitig bereichern. Und so soll es in unserem Europa ja auch sein – nicht nur in den jeweiligen Kulturhauptstädten, die aber als Leuchttürme für die Entwicklung lebendigen europäischen Austausches dienen können. Leeuwarden wird diesem Anspruch auf jeden Fall gerecht – und uns als Vorstand der Europäischen Föderalisten hat der bereichernde Tag auf jeden Fall motiviert, bei Gelegenheit gerne wieder solche Exkursionen in die Umgebung zu organisieren. Denn auch durch gegenseitiges Kennenlernen der Kultur wächst unser europäisches Friedensprojekt zusammen, auch wenn z.B. bei den Schienenverkehrsverbindungen in unser nächstgelegenes Nachbarland noch viel Luft nach oben ist.

Noch 11 Monate: Europawahl 2019

In den EU-Mitgliedstaaten wird zwischen dem 23. und 26. Mai 2019 gewählt, in Deutschland am Sonntag, dem 26. Mai.

Doch aus den EU-Mitgliedsstaaten mit Ausnahme Frankreichs hat man leider immer noch nicht den Eindruck, dass die europafreundlichen Kräfte den Ernst der Lage erkannt haben und nun endlich konstruktiv die politischen wie strukturellen Probleme der EU angehen. Und auch trotz der jüngsten, weiter alarmierenden Wahlergebnisse in Italien und Slowenien, die nahtlos an Österreich, Tschechien etc. anknüpfen, ist keine Besserung in Sicht.

Die Rechtspopulisten haben leichtes Spiel, wenn in Europa Reformblockade herrscht. Es gibt die realistische Gefahr einer europaskeptischen Mehrheit im nächsten EU-Parlament.

Seit Jahren reden wir über EU-Reformen, die unser Festredner David McAllister auf unserem diesjährigen Europaempfang im Oldenburger Rathaus so engagiert eingefordert hat. Aber auch durch die Passivität der Bundesregierung gegenüber Macrons Vorschlägen wirkt die EU weiterhin wie gelähmt.

Wenn die Europawahl nicht zu einem Desaster führen soll, brauchen wir jetzt rasch  politische Ergebnisse insbesondere in der Sozial- und Flüchtlingspolitik, einen konkreten Fahrplan für eine Stärkung des demokratisch gewählten EU-Parlaments und eine zivilgesellschaftliche Mobilisierung für eine faire europäische Handelspolitik und eine gemeinsame Außenpolitik angesichts der großen globalen Krisen.

Doch jetzt sind nicht nur die Parteien gefragt. In Großbritannien mussten wir erleben, was passieren kann, wenn sich die Proeuropäer wegducken. Denn Europa verändern, kann nur, wer es grundsätzlich unterstützt. Nach dem Friedensprojekt muss Europa endlich auch ein soziales und ökologisches Projekt werden. Wirtschaftliche Zukunft entsteht durch Klimaschutz und nicht durch die Verteidigung von Kohle und Co. Wir brauchen eine Landwirtschaftspolitik der EU, bei der Natur und Mensch im Mittelpunkt stehen.

Europa sollte im Inneren vor den sozialen Härten der Globalisierung schützen und nach außen die Globalisierung sozialer und ökologischer gestalten. Nur wenn Europa die soziale Kluft verringern kann, wird es langfristig breite Unterstützung erfahren. Wir brauchen ein soziales Europa, das die soziale Sicherheit erhöht und Abstiegsängste mindert.

Wir zählen auf Sie!

Auf unserer Seite zur Europawahl 2019 pflegen wir nach und nach Links zu Informationsquellen und Neuigkeiten ein.